Aufgeputscht

"In Aufgeputscht führt Eckert die beiden Hauptpersonen seiner früheren Romane zusammen: den Mordermittler Ben Engel und den jungen Karl Thann, der gegen Korruption in den eigenen Reihen ermitteln soll. Dritter Protagonist ist der erfahrene Hauptkommissar Rolf Nowak, der unter Drogeneinfluss einen Farbigen erschossen hat und darüber nicht hinweg kommt. Ein Toter wird gefunden, der vor seinem Ableben für Techno-Partys synthetische Drogen besorgt hat. Dann tauchen auch noch einige grässlich verstümmelte Leichen auf, die wohl auf das Konto eines Serienmörders gehen. Ein zunächst undurchdringlicher Sumpf des Verbrechens tut sich auf, bei dem sich dann doch immer mehr Verbindungen zeigen. Souverän hält der Autor die Fäden in der Hand und entwirrt am Ende das Knäuel zum furiosen Finale." (Reutlinger Generalanzeiger)

"Vor dem Hintergrund der Ermittlungen entfaltet Eckert ein facettenreiches Polizeipanorama. Fast alle Kollegen haben Leichen im Keller: Verstrickungen ins organisierte Verbrechen, Abkassieren bei Drogendeals und Prostituierten, frisierte Akten, gefälschte Berichte, bezahlte Informationen für die Boulevardpresse. Das Übliche. Meisterhaft entgeht Eckert der Gefahr, an der Oberfläche Schiffbruch zu erleiden, bewahrt er seine Figuren vor dem Schicksal lebloser Klischeehaftigkeit. Sie sind weit mehr als korrupte Bullen. Etwa Nowak, der Pillenschlucker, der bei einem Nebenjob als Aufpasser im Rotlichtmilieu auf Droge einen Mann erschossen hat. Gedeckt wird er durch seinen Freund Brauning, dessen Sohn an Heroin verreckte und der seinerseits ein paar Dealer auf dem Gewissen hat. Als die Behörde umstrukturiert wird, werden neue Posten frei. Befördert wird, wer Ermittlungserfolge nachweisen kann. Wunden platzen wieder auf, alte Rivalitäten kochen hoch, offene Rechnungen werden präsentiert." (Kölner Illustrierte)

"Horst Eckert, der 'harte Amerikaner' unter den deutschen Autoren, hat spätestens mit diesem Roman dem deutschen Krimi Neuland erschlossen." (Pforzheimer Zeitung)

Der Autor über Aufgeputscht:

Wurden meine ersten zwei Bücher freundlich aufgenommen, so hat mein dritter Roman erstmals Furore gemacht. Aufgeputscht wurde für den "Friedrich-Glauser-Preis" nominiert (die Auszeichnung der Autorengruppe Syndikat) und im Sommer 1998 mit dem Marlowe-Preis ausgezeichnet, den die Raymond-Chandler-Gesellschaft alljährlich für den besten deutschsprachigen Kriminalroman vergibt. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Sprach- und Literaturwissenschaftlern an der Universität Ulm, die nicht nur Leben und Werk des Altmeisters Chandler erforschen, sondern auch ein Auge auf die aktuelle Krimiszene werfen.

Mit Aufgeputscht wollte ich nicht einfach nur ein spannendes Buch schreiben. Ich wollte die Leser kidnappen und in einem Kosmos aus Gewalt und Leidenschaft aussetzen. Aufgeputscht verfügt über drei Hauptfiguren. Jede geht zunächst ihrem eigenen Fall nach. Nach etwa einem Drittel der Handlung erkennt der Leser, dass die Geschichten zusammenhängen.

Es gibt Leute, denen der Roman zu komplex oder brutal ist. Ich kann es nicht allen Recht machen. Ich schreibe, was mir gefällt. Nur das kann mein Maßstab sein - in der Hoffnung darauf, dass viele Leser begeistert sein werden.

"Denken Sie noch manchmal an Rolf Nowak?" Ein Kommissar, der jemanden erschossen hat, einer illegalen Nebenbeschäftigung im Rotlichtmilieu nachgegangen ist und zudem Drogen genommen hat. Ein Bursche von der übelsten Sorte, oder? Aber die Sympathien der Leser hängen an ihm wie an kaum einer anderen meiner Figuren. Von den ersten Zeilen an identifizieren wir uns mit ihm. Die Jury der Raymond-Chandler-Gesellschaft bezeichnete die "Konzeption der literarischen Figuren" vielleicht deshalb als "meisterlich gelungen".

Der "Marlowe" ist übrigens ein kleiner Holzblock in Form eines Pults, darauf eine Messingplatte mit Gravur. Das Ding steht beim Schreiben in Sichtweite und wird mir immer Ansporn sein.

 Bester deutschsprachiger Kriminalroman des Jahres (Marlowe-Preis der deutschen Raymond-Chandler-Gesellschaft, nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis)

Grafit, 1. Auflage 1997,
7. Auflage 2012


"Dass nicht nur in den USA gute Polizeiromane geschrieben werden, zeigt Horst Eckert. Mit seiner harten und düsteren Sprache, den raffinierten Plots, die oft mit den Romanen James Ellroys verglichen werden, hat sich Horst Eckert in der Spitze der deutschen Krimiautoren etabliert." (kaliber38.de)


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